Burg bei Magdeburg und Umgebung
Kirche Sankt Petri
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Kirche Sankt Petri

Die Erbauung der ehemals als Peterskapelle bezeichneten Kirche  im romanischen Stil ist leider nicht dokumentiert, aber einer der ältesten Sakralbauten der Stadt Burg. Schätzungen gehen von 1200 bis 1300 aus.

Der schlichte Feldsteinbau aus dem frühen 13. Jahrhundert wurde erstmalig in einem Ablassbrief vom 19. Juni 1355 auf einem Pergament, das 12 auswärtige Bischöfe zu Avignon ausgestellt hatten und welches von Bischof Dietrich von Brandenburg bestätigt wurde,  urkundlich erwähnt.

Der Bau wurde als Fischer-Kapelle auf einer Ihle-Insel in der ursprünglichen Bruchlandschaft errichtet. Der seit der Reformation ungenutzte Baukörper wurde ab 1674 von der Oberkirche an Superintendent Kilian Stisser übergeben und als Brauhaus genutzt.

Als am 19. Oktober 1685 durch die Aufhebung des Ediktes von Nantes durch Ludwig XIV die Flucht der Glaubensbrüder aus Frankreich begann, wurde der Bau  von den aus Frankreich kommenden hugenottischen Auswanderern als ihre Gemeindekirche übernommen. Offiziell  gilt der 2. Advent 1691 als Gründungsdatum der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde, da an diesem Tag der erste Gottesdienst abgehalten wurde.

Die Schenkung an die französischen Glaubensflüchtlinge  war Teil der Privilegien, die den Hugenotten aufgrund des Ediktes durch Friedrich Wilhelm, den Großen Kurfürsten von Potsdam, gewährt worden waren.

Die  Kirche ist durch den preußischen Regenten selbst und durch seinen Nachfolger  erweitert und ausgestattet worden für die Benutzung als reformierte Gottesdienststätte.  An der Ostfront des inneren Kirchenschiffes, rechts und links der Kanzel, sind zwei Medaillons als Porträt dieser Herrscher angebracht worden. Friedrich III stiftete 400 Taler zum Bau des Kirchturmes und dem  Kauf einer Glocke, die 1695 geweiht wurde.

Als 1688 die ersten Glaubensflüchtlinge, die Waldenser, in Burg ankamen, erbauten und nutzten sie das jetzige Pfarrwitwenhaus für gemeindliche Zwecke. Bis zum Jahr 1985 diente es danach der Gemeinde als Küsterhaus. Dann war es stillgelegt und drohte zu verfallen. Von 1725 bis 1727 wurde das jetzige Reformierte Pfarrhaus als der Deutsch-Reformierten Gemeinde um das Pfarrwitwenhaus herum gebaut und bis 1996 als Pfarrhaus benutzt.

1726 wird der östliche Eingang gebaut, 1729 die Treppe im Turm. 1756 wird die erste Sakristei errichtet und 1783 erhält der Turm seine heutige Form. 1797 wird die baufällige Sakristei abgetragen und die noch heute bestehende gebaut. Von 1872 bis 1882 erfolgen Umbauten  und Restaurierungen des Kirchengebäudes, die Erneuerung der Kanzel, sowie der Einbau des Gestühls und der Emporen.