Burg bei Magdeburg und Umgebung
Hexenturm
http://www.burgundumgebung.de/sehenswuerdigkeiten/hexenturm.html

Copyright © 2017 Burg bei Magdeburg und Umgebung
 

Der Hexenturm

Mit der Errichtung der ersten Burger Stadtmauer im 11. Jh. entstand auch der Hexenturm, allerdings in einer anderen Bauweise. Vermutlich war er ursprünglich ein stadtwärts offener viereckiger Turm, der dann am Ende des 15. Jh. zu seiner heutigen Form umgebaut wurde.

Das Turminnere war früher nur über den oben verlaufenden Wehrgang der Stadtmauer zu erreichen, aber mit dem Wegfall dieser wurde eine zweite Tür in Bodennähe als weiterer Zugang geschaffen. Im Erdgeschoss ist ein kleiner Raum der mittig mit einer im Fussboden eingelassen Öffnung versehen ist, durch die die Delinquentinnen in das tiefe, dunkle und feuchte Verlies herab gelassen wurden.

Als der Turm um 1700 seine eigentliche verteidigende Funktion bei Angriffen auf die Stadt Burg verlohr wurde er zu einen Gefängnis für "liederliche" Mädchen umgebaut.

In den Jahren von 1616 bis 1619 fanden in Burg 10 Hexenprozesse (mehr Infos auf www.heimtverein-burg.com) statt, Die bekanntesten Insassen aus dieser Zeitt waren die als Hexe bezichtigte "Schwarze Barbare", welch am 16. Dezember 1600 auf dem Scheiterhaufnen verbrannt wurde und die 1732 - 1733 als Kindesmörderin überführte Marie Huhn (Sage von der Marientränke) (zur Sage).

Bis zum Jahr 1846 wurde der Turm noch als Frauengefängnis genutzt, dann aber durch das neu erbeute Gericht mit angegliedertem Gefängnis in der Hainstr. abgelöst.

 

1885 sollte der Turm abgerissen werden, weil die Stadt keine Verwendung mehr hatte. Dies wurde auf Anweisung der Magdeburger Regierung verhindert. Ein erneuter Versuch den Turm im Jahr 1895 abzutragen, weil die "Katzentreppe" dort entstehen sollte, scheiterte ebenfalls und so wurde die Treppe einige Meter neben dem Turm gebaut.

Bereits 1985 wurde der Hexenturm durch den Kulturbund der DDR saniert. Die umfassende grosse Sanierung wurde dann von 1998 bis 1999 im Rahmen des Altstadt-Sanierungsprogrammes der Stadt Burg realisiert und der Turm ist jetzt bei Führungen mit dem Heimatverein Burg zu besichtigen.