Burg bei Magdeburg und Umgebung
Militärgeschichte
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Militärgeschichte

Mit hoher Wahrscheinlichkeit, war Burg als Ort schon früher als vor seiner ersten urkundlichen Erwähnung vorhanden. Die Elbe, im frühen Mittelalter lange Zeit die Grenze zwischen den Slawen und den germanischen Völkern, wurde durch beide Bevölkerungsgruppen zur Grenzfeste ausgebaut. So gab es wendische Befestigungen gegen das Vordringen der Deutschen, aber auch deutsche Befestigungen gegen die zurückgedrängten Wenden, die aber wieder bis zur Elbe vorstießen. Aus diesen und anderen Gründen kamen Historiker in der Vergangenheit dazu, das Burg schon bei seiner ersten Erwähnung eine Festung war (Siehe: Die legendäre „Hildagsburg" – der Vorläufer von Burg?).

Der Magdeburger Archivrat von Mühlverstedt kam in seiner Arbeit, das das angebliche Schloss der Stadt Burg, seine Lage und vermeintliche Entstehung etwa 1870/80 zu dem Ergebnis welches nichts beweist – das in unserer Stadt überhaupt eine Burg vorhanden gewesen ist. Trotzdem vertraten verschiedene Leute die Meinung, auch ohne urkundlichen Beweis, dass, wenn die Stadt den Namen „Burg" hat, hier auch eine Burg (Festung) gewesen sein muss. Doch diese Schlussfolgerung geht von dem heutigen Begriff „Burg" aus. Doch das Wort „Burg" hatte im 10. bis 12. Jahrhundert eine andere Bedeutung. Davon müssen wir heute bei der Deutung ausgehen. Die altsächsische Bezeichnung ÞBorg" hatte ursprünglich nicht nur die Bedeutung einer Festung, sondern wurde auch bei einer befestigten Großsiedlung/Stadt angewendet. Keine Urkunde, die die Stadt Burg erwähnt, noch in ihr ausgefertigt wurde, erwähnt, dass Burg eine „Veste" war. Als Burg im 10. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde, hieß sie eine „civitas" (eine ummauerte Stadt). Burg war von Anfang an ein Marktfleck, ein Kreuzungspunkt für den Warenverkehr. Schon deshalb war es von Beginn an befestigt, doch keine Festung in unserem heutigen Sinne.

Wie zur Zeit des Mittelalters üblich, wird auch Burg von Anfang an eine Befestigung gehabt haben. Doch die erste „Stadtmauer" wird wohl kaum eine Mauer in unserem heutigen Sinn gewesen sein. Im 10. Jahrhundert wurden Siedlungen mit Palisaden, Wällen und Gräben umgeben. Die tiefen Gräben versuchte man mit Wasser zu füllen, wo dies nicht möglich war, gab es auch tiefe trockene Gräben. Erst später, 11./12. Jahrhundert, wurden Mauern aus Stein errichtet.  Am Anfang waren es in Burg behauene Steine, die sauber zusammengesetzt wurden. Später, bei der Erweiterung der Stadtbefestigung, nahm man unbehauene Feldsteine, die man mit viel Mörtel ausgoss. Im letzten Abschnitt baute man einfache Gussmauern (heute noch in der Bethanienstraße zu sehen). Es wurden zwei schwache Parallelmauern hochgezogen, den Zwischenraum füllte man mit Steinen aus und vergoss sie mit Mörtel. Dies war bereits im 14. Jahrhundert, ls Burg besonders durch die Zuwanderung der Flamen wuchs, der besiedelte Teil größer wurde und befestigt werden musste. Die Stadtmauer hatte zu diesem Zeitpunkt eine ungefähre Länge von 3,5 km. Zum größten Teil war die Mauer gute 4 Meter hoch. Wie die meisten Stadtmauern der damaligen Zeit war sie innen von einem hölzernen Wehrgang umgeben.

 

Zur Stadtmauer von Burg gehörten 30 Wehrtürme und fünf Tore, die den Zugang zur Stadt kontrollierten. Diese fünf Tore waren:

  • Berliner Tor
  • Magdeburger Tor  
  • Zerbster Tor  
  • Schartauer Tor
  • Neues Tor (am Ausgang der Franzosenstraße)

 

Vor den Mauern waren weiterhin die Stadtgräben und Wälle, welche eine zusätzliche Sicherung darstellten. Auch die Ihle wurde in die Befestigung mit einbezogen. 1595 stürzte ein Teil der Stadtmauer an der Ostfront, südlich der Ihle ein und wurde 1599 wieder aufgebaut.


Berliner Torturm


Zerbster Tohr


Kuhturm (Freiheitsturm)


Hexenturm

1. Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

Zu dem Jahrhunderte alten Gegensatz zwischen Kaiser und Fürsten um Macht, Besitz und Einfluss kam die religiöse Seite dazu. Diese brach zu Beginn des 17. Jahrhunderts in voller Schärfe aus. Im Zuge der „Gegenreformation“ versuchte der Katholizismus verlorene Positionen zurück zu gewinnen. So kam es in Böhmen zwischen der königlich katholischen Regierung und evangelischen Ständen zum Eklat. Im Streit um ihre Rechte warfen Vertreter der böhmischen Stände kaiserliche Stadthalter vom Hradschin in den weit über 15 m tiefer gelegenen Burggraben. Alle überlebten zwar, da Kehrichthaufen den Sturz minderten. Keiner hatte jedoch die Bedeutung und Folgen dieses Sturzes vorausgeahnt.

 

2. Die Stadt Burg im 17. Jahrhundert

Gegenüber dem 1. Berichtsabschnitt bis 1618 hat sich nichts verändert. Es gibt keine Garnison in der Stadt. Auch die im 15. Jahrhundert in der „Stadtwillkür“ festgeschriebene Pflicht zur Teilnahme an der Bürgerwehr ist weiter aktuell. Sie ist gut ausgebildet, wie das folgende Geschehen beweist.

 

3. Einschneidende Ereignisse

1626 kommt der 30-jährige Krieg in Burg an und General Graf Schlicke erscheint mit etlichen 1000 Mann kaiserlichen (katholischen) Truppen, beschießt und bestürmt die Stadt - kann sie aber nicht einnehmen. Allerdings lösen die vielfältig eingeworfenen „Feuerkugeln“ eine schreckliche Feuerbrunst aus.

 

1630 fliehen Bürgermeister, Ratsherren und die meisten vornehmen Bürger zu ihrem Schutz nach Magdeburg Sie mussten aber 1631 die Einnahme und Vernichtung der Stadt durch Tilly, mit dem Verlust ihres Besitzes und über die Hälfte auch mit dem Verlust ihres Lebens, bezahlen.

1635 wird Burg im „Prager Frieden" an das Kurhaus Sachsen abgegeben. Nun dreht sich das Feindbild um und Burg wird fortan von den Schweden als Feindesland behandelt. Noch weitere 13 Jahre tobte auch in unserer Gegend der Krieg und der neue Landesherr war nicht in der Lage, die Stadt zu schützen. Hier die Geschehnisse der Einquartierungen, Plünderungen Durchzüge, schwere Contributionen und Brandschäden bis 1648 zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Ausstellung sprengen. Wir beschränken wir uns auf den Anfang Prager Fenstersturz 1618, den Beginn des Krieges für Burg 1626 und den letzten Kampf in Burg um den Berliner Torturm 1645.

1648 war der Friedensschluss mit dem „Westfälischen Frieden.“ Leider wurde auch dort die Abtretung der Stadt und des Amtes Burg an das Kurhaus Sachsen bestätigt. Unter Übergriffen marodierender Resttruppen hatten die Burger noch geraume Zeit zu leiden. Zurück blieb eine zerstörte und entvölkerte Stadt, die ringsum nur zollpflichtiges magdeburgisches „Ausland“ hatte.

1687 konnte die sich nicht erholende Stadt durch geschickte Diplomatie des Burger Bürgermeisters Mühlpforte, für 33.000 Taler an Kur-Brandenburg, den „Großen Kurfürsten“, verkauft werden. Die Übergabe an Brandenburg wurde 1688 vollzogen.

1687/88 siedelten sich die Hugenotten und Pfälzer an, die der Stadt mit ihrem Dasein und ihren Handwerken, wie Tuchmacher und Bierbrauer, gut taten. Es keimte neue Hoffnung für die Genesung der Stadt.

1713 wird Burg Garnisonstadt. Die ersten preußischen Truppen ziehen ein.


Flugblatt anlässlich des
Westfälischen Friedens

 

Die Stadt gehört nun zum Königreich Preußen, es regiert Friedrich Wilhelm der I. Verschiedenen Quellen zu Folge wurde 1713 das Pferd-Kürassier-Regiment von Heyden, nach Burg verlegt. Es soll bis etwa 1716 in Burg stationiert gewesen sein. 1716 erscheint ein neues Kürassier Regiment. Der Stab und zwei Kompanien bleiben in Burg, während die anderen Truppen in der Umgebung verteilt werden. Diese Truppen waren bis etwa 1740 in Burg.

Für kurze Zeit sollen noch andere Truppenteile hier stationiert gewesen sein. Die Soldaten waren in Privatunterkünften untergebracht. Die Bürger waren dazu verpflichtet Wohnraum zur Verfügung stellen.

1743 ist das Infanterie Regiment NR.47 in Burg stationiert.

1774 erfolgt der Bau der Kaserne in der Bethanienstraße. Das Regiment bleibt bis zum Tode des neuen Königs Friedrich II., der nun in Preußen regiert.

1780 wird Carl von Clausewitz in Burg geboren.

 

1808 findet in der Berliner Straße Nr. 38 bei G. Zimmermann (Bücherei) der Tuchmacheraufstand statt. Der Aufstand wird vom französischen Militär welch gerade in Burg stationiert ist, aufgelöst.

1812

die besiegte Französische Armee zieht wieder durch Burg.

März 1813

sind Kosaken in unserer Gegend stationiert. Diese werden bald durch das 2. Pommersche Infanterie Regiment verstärkt. Das Grenadier Bataillon hat in Burg Quartier bezogen. Diese Truppen beobachten Magdeburg.

30.03.1813

findet an der Poststraße bei Gerwisch ein kleines Gefecht mit der Burger Bürgergarde, Preußischen und Russischen Truppen gegen Französische Besatzungs-Truppen aus Magdeburg statt.

05.04.1813

kommt es zu Gefechten bei Vehlitz, Dannigkow, und Nedlitz.

April 1813

in Burg werden Landsturm-Bataillone gebildet:

3 Bataillone Infanterie
2 Eskadrons Reiter
Stellplatz hierfür war die hintere Ebene von Pietzpuhl.

1819

war in Burg das II. Bataillon l. vom Landwehr Infanterie Regiment Nr. 26 b stationiert.

1833 – 1851

 ist in Burg eine reitende Kompanie der 3. Artillerie– Brigade stationiert, die auch am Krieg gegen Dänemark teilnahm.

1860 – 1864

war das II. Bataillon vom Regiment Nr. 66 und von 1866 - 1871 das III Bataillon vom Regiment Nr. 27 in Burg stationiert.

1870 – 1871

Der Deutsch- Französische Krieg
1871 wurden die Regimenter wieder aus Burg abgezogen.
1872 - 1899   Garnison in Burg, II Abteilung des Feldartillerie-Rgt. Nr. 4 von Magdeburg ist in Burg stationiert

 

Altmärkisches Feldartillerie Regiment Nr.40

Infolge der Neuorganisation und Vermehrung der Feldartillerie wurde das Feldartillerie Regiment Nr. 40 in Burg aufgestellt. Der Befehl zur Aufstellung erging am 25. März 1899 und die Aufstellung erfolgte am 1. Oktober 1899. Die bisherige II. Abteilung des FR-4 wurde die I. Abteilung/FAR 40. Aus Lisau kamen die 9. und 10. Batterie des FAR-20 nach Burg. Diese zwei Batterien bildeten die 4. und 5. Batterie der II. Abteilung. Am 01. Oktober 1890 wurde die 6. Batterie in Dienst gestellt. Das Regiment war komplett aufgestellt.

Mit der Mobilmachung zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 errichtet das Bezirkskommando Burg wieder ein II. Bataillon Nr.26. Dieses gehörte zum Reserve Infanterie Regiment Nr.26. Die Reserveregimenter waren 1888 an die Stelle der Landeswehrregimenter getreten. Das Burger Bataillon bildete mit dem I. (Stendaler) und dem III. (Magdeburger) das Reserve Infanterieregiment Nr.26.

Im Verband der 12. Reserve Infanterie Brigade nahm das Regiment an der Einschließung und Eroberung von Antwerpen teil. Am 26.08.1914 im Gefecht der Kommandeur des II Btl. Major Haeusler in Belgien und Kämpfe bei Ypern.

  • Dezember 1914 Verlegung an die Ostfont
  • 1915 - 1916 Kämpfe in Polen und Kurland
  • 11. November 1915 Übertrit zur 109 Infantriedivision
  • 1916 - 1918 Kämpfe in Rumänien
  • 20. März 1918 Verlegung nach dem Westen; Kämpfe in der Frühjahrsoffensive und den Abwehrkämpfen bis zum "Ausbluten".
  • 26. August 1918 Auflösung des Regimentes mit einer restlichen Gewhrstärke von 2 Offizieren, sowie 160 Soldaten und Unteroffizieren.

 

II. Bataillon Reserve Infanterie Regiment Nr. 26 1914 bis 1919

Der Zweifrontenkrieg zwang Deutschland bereits 1914dazu, sofort seine gesamten Kräfte einzusetzen. Während der Mobilmachung erfolgte bereits der Aufruf des Landsturms am 15.08.1914 Sofort wurde in Burg das Landsturm - Bataillon aufgestellt. Seit den Freiheitskriegen war die Aufstellung des Landsturm - Bataillons das erste Mal. Das Bataillon erhielt die Nr. IV/7 als 7. Bataillon im Korpsbezirk.

 

1. bis 4. Landsturmkompanie

Die einrückenden Mannschaften waren gediente Leute im Alter zwischen 39 bis 45 Jahre aus dem Jerichower Land und Magdeburg. Die Unterbringung erfolgte in den Sälen von Burg. Das Bataillon erhielt nur alte Bestände, da der Landsturm eigentlich nur in der Heimat eingesetzt werden sollte. Die Einkleidung machte große Probleme. Es gab keine passenden Uniformen. Mitten in der Mobilmachung kam der Befehl zur Verlegung.

 


Denkmal zu Ehren der Burger Gefallenen des 1 Weltkrieges. Beim Bau der Schwimmhalle entfernt.

Die Polizeischule

Im Jahr 1920 erfolgte mit Auflösung der letzten Artillerieeinheiten das vorläufige Ende des Artilleriestandortes Burg. Der Versailler Vertrag sah neben 100 000 Mann Reichswehr nur noch die Aufstellung von Polizeitruppen vor. Im April 1921 wird mit vier Hundertschaften die staatliche Polizeischule der Provinz Sachsen in Burg aufgestellt. Am 01. April 1934 erhielt die Schule den Namen  "Landespolizeischule“. Mit Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 1935 und der Aufstellung der deutschen Wehrmacht wird die Polizeischule aufgelöst.

Burg wird im Jahr 1936 wieder mit der Stationierung des Infanterie-Regiment 66 wieder Garnisonsstadt

Im Frühjahr 1937 begannen die Bauarbeiten für den Fliegerhorst Burg. Mehr Informationen

Sturmgeschütz-Schule Burg

Im Juli 1943 wurde Burg Standort einer völlig neuen Waffenart, der Sturmartillerie. Im Juli 1943 wurde die Sturmartillerieschule „Zinna“ in die frei gewordene „Fürst Leopold von Anhalt-Kaserne“ verlegt. Einige Wochen später zieht in die alte Artilleriekaserne die frisch aufgestellte Sturmgeschützersatz- und Ausbildungsabteilung 500 ein. Im Frühjahr 1944 erfolgt die Umbenennung und Umgliederung in „Sturmgeschütz-Schule Burg“. Neben der Ausbildung von Sturmgeschütz-führern, sowie der Ausbildung und Erziehung des Führer- und Unterführernachwuchses der Waffengattung gehörte zum weiteren Aufgabenbereich die Organisation für die gesamte Sturmartillerie im Feldersatzheer. Zusätzlich erfolgte die Unterweisung von Angehörigen verbündeter Staaten, wie Ungarn, Finnland, Rumänien, Bulgarien und Spanien. Die Sturmgeschütz-Schule Burg war darüber hinaus an der Entwicklung technischer Neuerungen beteiligt, wie z.B. des Flakpanzers III. Bis zum Kriegsende wurden eine Vielzahl von Sturmgeschützeinheiten und -verbänden aufgestellt, welche aus Burg ihren direkten Weg an die Front antraten.

Am 14. April 1945 aus den Resten der Sturmgeschütz-Schule Burg wurde die Sturmgeschütz-Brigade „Schill“ gebildet und wenige Tage später der Infanteriedivision „Ferdinand von Schill“ zugeführt. Die Infanteriedivision entstand durch Umbenennung der Kampfgruppe Burg (Oberstleutnant Alfred Müller), u.a. aus den Restkräften des Fliegerhorstes Burg. Sie unterstand der 12. Armee und sollte den sowjetischen Ring um Berlin (Entsatz der 9. Armee) durchbrechen. Nach anfänglichen Erfolgen wich die Armee nach Nordwesten an die Elbe (Tangermünde) aus und ging dort in amerikanische Gefangenschaft.

Wie Waldfrieden zu seinem Namen kam

1945 übernahm die Rote Armee die Kaserne, nutzte diese aber nicht. Im Frühjahr 1947 bringt der Befehl 209 der S.M.A.D. der Regierung Sachsen-Anhalt Handlungsfreiheit für einen Teil von Kasernen. In Folge wird der erhaltene Teil des Fliegerhorstes an die Stadt Burg übergeben. Die vordergründiges Aufgabe war, hier Platz für nahezu 800 Umsiedler zu schaffen. Dabei entstanden neue Ideen. So wurde über eine Schule, ein Altersheim und eine Gärtnerei (mit Lehrlingswohnheim) nachgedacht. Im Herbst kam es bei einer öffentlichen Andacht mit Pfarrer Pape und dem Gärtnermeister Mittendorf in einem Gespräch mit unzufriedenen Bewohnern zum Namen WALDFRIEDEN. Der Pfarrer beruhigt die Umsiedler, dass sie hier doch im Wald und in Frieden leben. OB Joergler und Clara Schwaab bemühten sich sehr um die 800 Menschen. Am 24.02.1948 erklärte der 1. OB Joergler, Waldfrieden zum Stadtteil von Burg. In einem Brief an die Landesregierung erklären die Umsiedler, dass Burg ihre neue Heimat ist. Bis zum August 1949 wurden ca. 6.000 Umsiedler in Waldfrieden aufgenommen. Im Frühjahr 1948 begann man mit den Frankfurter Dokumenten „im Westen“ an der Teilung Deutschlands zu arbeiten. Dies hatte offensichtlich auch Auswirkung auf die Nutzung des Objektes Waldfrieden. Am 14.02.1948 stellte ein Brief der Landesregierung die Aufgabe, zu prüfen, ob in Waldfrieden 750 Volkspolizisten untergebracht werden können. Der Stadtrat Willy Palm wurde mit der Lösung dieser Aufgabe beauftragt. Nach Prüfung der Anforderungen an Material und Bauarbeitern wird sofort intensiv an diesem Vorhaben gearbeitet. Ab dem 05.08.1948 werden die Umsiedler, 229 Familien mit 690 Angehörigen, in verschiedenen Kreisen untergebracht. Danach treffen Vorkommandos aus den verschiedensten VP-Kasernen ein und bereiten die erste Einberufung vor. Am 04.09.1949 erfolgten die erste Einberufung in das Objekt Waldfrieden.

 


So mag es ausgesehen haben als die Flüchtlinge, aus den ehemaligen
Deutschen Ostgebieten im Flüchtlingslager Burg-Waldfrieden eintrafen.

Waldfrieden als Kaserne für die kasernierte Volkspolizei

Die Bedingungen für die Nutzung als Kaserne waren denkbar schlecht. Sind für die damalige Zeit große Schlafsäle noch die Norm, so standen für die Ausbildung und für Schulungen kaum Räume zur Verfügung. Die Dächer wurden so gut es ging repariert, so dass die direkt darunter befindlichen Räume als Schulungsräume genutzt werden konnten. Es gibt Zeitzeugen für diese Zeit, Herr Kurt Zinke aus Burg hat am 05.09.1949 seinen Dienst bei der 3. VP-Bereitschaft angetreten. Die politischen Verhältnisse machten eine Reaktion auf die „Frankfurter Dokumente“ erforderlich. Ein Teil der VP-Einheit wurde in den Raum Jüterbog verlegt. Im September 1953 wurde ein schweres C-Regiment aufgestellt. Unter der Führung von OSL Otto Schliwinski begannen 769 Volkspolizisten ihre Ausbildung. Gleichzeitig gab es in Burg ein C-Btl.. Hier wurden Kommandanten, Richtschützen und Fahrer für Panzer ausgebildet. Der Zeitzeuge Major Karl-Heinz-Günther war dort Ausbilder. Diese Einheiten haben sich bis zur Gründung der NVA im Jahr 1956 wenig verändert und gehörten dann zur Struktur der 1. Mechanisierten Division Potsdam. Zum Objekt gehörte auch ein Militärorchester, welches 1960 aufgelöst wurde. Das Orchester stand unter Leitung von Wilhelm Thiele und Major Lowak. Die Gründung des „Warschauer Vertrag“ am 14./15. Mai 1955 war eine Reaktion auf die Pariser Verträge aus denen die NATO hervorging. Die DDR wurde Mitglied des „Warschauer Vertrag“, hatte aber keine militärischen Pflichten.

Gründung der NVA und der Weg des PR-1 (Panzerregiment-1)

Nach der Gründung der NVA am 01.03.1956 legten die Armeeangehörigen des PR-1 und des Pz.-LehrBtl.-1 am 30.04.1956 ihren feierlichen Schwur auf die DDR ab. Als Vertreter des Ministers für Nationale Verteidigung nahm Generalmajor Arno von Lenski teil. Bereits am 01.03.1958 erhielt das PR-1 die Truppenfahne.

September 1961 wurde das Pz-LehrBtl.-1 dann aufgelöst und die Aufkl.Kp-1 bezog das Objekt. Bei den Divisionsübungen 1963, 1965 unter Leitung von Marschall Gretschko, sowie den Übungen 1967 und 1969 (Übung „Frühling“ im Raum Eberswalde, 1UF im Juni bei Kähnert) zeigten die AA eine hohe Einsatzbereitschaft.

 

1969 wurde in Anwesenheit der Söhne Konrad und Markus auf einem feierlichen Appell der Name „Friedrich Wolf“ verliehen. Die 5 Monate Feldlager in den Krähenbergen während des Manövers „Waffenbrüderschaft“ meisterte das PR-1 genau so gut, wie die Herausforderungen bei der Modernisierung auf den Typ T-55 A (P) und der Schilka, sowie den Ausbau der PSP Brück im Jahr 1972. Die Divisionsübung „Lawine“ in den 70-iger Jahren wurde mit dem Prädikat „Gut“ abgeschlossen. Das PR-1 mit seiner Technik, war über viele Jahre Teilnehmer bei den verschiedensten Ehrenparaden in Berlin. begann mit den Vorbereitungen des TT zur Verlegung in den neuen Standort Beelitz die vielleicht größte Herausforderung in der Truppengeschichte. 2 Jahre wurde daran gearbeitet, insbesondere den Familien eine neue Heimat zu schaffen. Waldfrieden wurde an das Ausbildungszentrum 15 übergeben

Aufbau des Ausbildungszentrum-15 in Waldfrieden

Ab 1981 wurde mit der Aufstellung des AZ-15 in Burg begonnen. Durch Zukommandierung von Berufssoldaten aus den Landstreitkräften entstand eine MOB-Division, deren Struktur und Ausrüstung einmalig in der NVA war. Ein Drittel des Personalbestandes war aktiv und wurde durch Weiterbildung von Reservisten in verschiedenen Lehrgängen ergänzt.

Ab 1983 wurden je Quartal folgende Ausbildungen durchgeführt:

  • für ca. 500 gediente Reservisten entsprechend ihre geplanten Einsatz
  • 6 – 8 Offizierslehrgänge zur Qualifizierung von ca. 200 Reserveoffizieren
    entsprechend ihres Einsatz
  • Lehrgänge zur militärischen Ausbildung von je 60 Parteikadern
  • je AHJ ein Lehrgang zur Ausbildung von 30 Uffz., an Funkstationen
    kleiner und mittlerer Leistung
  • Maschinisten für Pioniermaschinen und Pioniertaucher

Ab 1985 fand jährlich die Übung „Wettkampf“ im Juni statt. Es wurde ein Truppenteil voll aufgefüllt und eine normale Übung gefahren. Zusätzlich wurden der notwendige Personalbestand und die Soll-2 Technik aus der Volkswirtschaft zugeführt. Die anderen TT/E waren in den Standorten Burg, Glöwen, Klietz, Havelberg, Grimme und Körbelitz stationiert (Stammpersonal im Soll I 3030 und im Soll II 14.586). Die Division war nach 72 Stunden einsatzbereit. Erster Kommandeur war Oberst Daum – Kommandeur bis 1990 war Generalmajor Möwes. Am 01.03.1986 wurde dem AZ-19 der Name Carl von Clausewitz verliehen.

Weitere militärische Objekte in Burg

Fallschirmjägerausbildungsbasis – 40

Es gab in der DDR keinen Flugplatz für die Aus- und Weiterbildung der Fallschirmjäger. 1981 wurde entschieden, den ehemaligen GST Flugplatz dafür zu nutzen. OSL Graske wurde als Leiter der Basis eingesetzt und begann unter sehr schwierigen Bedingungen mit dem Aufbau. Schon im Sommer 1982 konnte die Ausbildung beginnen. Als Flugzeuge standen zum Einsatz die AN-2 und Mi-8 bereit. 1984 waren alle Baumaßnahmen abgeschlossen.

 


Stammbesatzung der FJAB – 40


Fallschirmjäger vor dem Fallschirmsprung

 

Wehrkreiskommando Burg

Die wichtigsten Aufgaben waren:

  • Koordinierung der Zusammenarbeit der Truppenteile und Übungsplätze im Kreisgebiet.
  • Organisation und Führung der Auffüllung der Streitkräfte,
    Musterung, Einberufungund Wiedereingliederung nach Ende des Wehrdiensts.
  • Planung, Auswahl und Einberufung für den Reservedienst.
  • Führung der Nachwuchssicherung von Berufskadern.
  • Planung und Ausbildung der Kreiseinsatzleitung als Führungsorgan
    im Verteidigungsfall für den Kreis Burg.

Im Standort Burg waren auch des BChA-1 und die AKp-1 stationiert.

Beachtungswert ist, dass die Burger Bekleidungswerke, mit über 2.000 Beschäftigten, der größte Dienstkleidung herstellende Betrieb der DDR war. Hier wurde die gesamte Dienst-, Kampf-, und Einsatzkleidung der bewaffneten Organe der DDR hergestellt.

 

Sowjetische Truppen in Burger Kasernen

In der Alten Kaserne

1946 - 1992

302. Instandsetzungsbataillion sowie Teile des Lazarettes der 3. Stoßarmee

In der Neuen Kaserne

1945 - 1994

200.Garde-Mot.Sch. Regiment und Aufklärungsbataillion 7

1960 - 1992

399.Fla-Raketenregiment

1978 - 1987

3. Luftsturmbataillion

 

Alle TT/E gehörten zur 3. Stoßarmee mit Stab in Magdeburg

Am 31.05.1991 wurde das Nachschub-/Transportregiment 41 (Nsch-/TrspRgt 41) in Dienst gestellt. Das Regiment war ein Verband, der nach der Heeresstruktur 5 gegliedert war, die für das „Heer der Einheit“ entwickelt wurde. Nach Abschluss der Aufstellung hatte das Regiment einen Personalumfang von ca. 2000 Soldaten und zivilen Mitarbeitern.

 

Das Nsch-/TrspRgt 41 wurde in der Clausewitz-Kaserne stationiert. Ihm waren unterstellt:

  • Stab und Stabskompanie,
  • Transportbataillon 410,
  • Transportbataillon 420,
  • Nachschubbataillon 411,
  • Kraftfahrausbildungszentrum Burg 1 und Burg 2.

Der Verband unterstand der Logistikbrigade 4 (Stationierungsort Strausberg). Er organisierte und lenkte den Nachschub und transportierte Versorgungsgüter aller Art im Bereich des IV. Korps. Das Nsch/TrspRgt 41 sicherte die Kraftstoffversorgung der Truppenteile und Einheiten im Versorgungsbereich und betrieb hierzu einen Kraftstoffumschlagplatz.

Zum Standortbereich gehörten die Übungsplätze Körbelitz und Krähenberge, deren Pflege wurde durch die Geländebetreuung der Standortverwaltung Burg gewährleistet.

 

Logistikregiment 41 1997 bis 2002

Das Logistikregiment 41 (Logistikregiment 41) wurde am 13. März 1997 in der Clausewitz-Kaserne in Burg in Dienst gestellt und unterstand ebenfalls der Logistikbrigade 4 in Strausberg. Es war ein Verband, der nach der Heeresstruktur „Neues Heer für neue Aufgaben“ gegliedert wurde. Das Logistikregiment 41 verband erstmals zwei Truppengattungen - Nachschub- und Instandsetzungstruppe auf dieser Führungsebene in gemeinsamer Auftragserfüllung. Das Regiment hatte einen Personalumfang von ca. 3700 Soldaten und zivilen Mitarbeitern und war ausgestattet mit ca. 1200 Fahrzeugen verschiedenster Art.

 

Stationierungsorte waren Burg, Beelitz, Damsdorf, Möckern, Hennickendorf und Potsdam. Dem Regiment waren unterstellt:

  • Stab und Stabskompanie Logistikregiment 41 Burg
  • Transportbataillon 410 Burg/Möckern/Damsdorf
  • Nachschubbataillon 411 Burg
  • Instandsetzungsbataillon 410 mit den Standorten Beelitz Potsdam, Hennickendorf
  • Kraftfahrausbildungszentrum Burg 1 und Burg 2
  • Transportbataillon 422 (GerEinh) Strausberg

 

Logistikregiment 17 „Sachsen-Anhalt“ von 2002 bis ....

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde das bisher in Burg stationierte Logistikregiment 41 am 01.10.2002 in Logistikregiment 17 umbenannt und dem Wehrbereichs-kommando I Küste (WBK I) in Kiel unterstellt. Gleichzeitig erfolgte der Wechsel aus dem Organisationsbereich Heer hin zum neugeschaffenen Organisationsbereich Streitkräftebasis, der alle querschnittlichen Aufgaben wie Logistik und Führungsunterstützung der drei Teilstreitkräfte wahrnahm. Dazu wurde das Regiment umfassend bis hinunter auf die Kompanieebene um gegliedert und erhielt ein gänzlich neues Gesicht. Äußerlich sichtbar wurde dieser Organisationswechsel dadurch, dass im Regiment neben den Soldaten des Heeres auch Angehörige der Luftwaffe und Marine ihren Dienst versehen. Es verfügte über eine Personalstärke von 5.600 Soldaten und zivile Mitarbeiter.