Burg bei Magdeburg und Umgebung
Heinz Meynhardt
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Heinz Meynhardt

Verhaltensforscher, Tierfilmer und Sachbuchautor

Heinz Meynhardt wurde am 21. April 1935 in Burg geboren. Nachdem er die Schule in Burg absolvierte, begann er eine Berufsausbildung zum Elektroinstallateur und legte im Jahr 1954 die Elektromeister-Prüfung ab. Zu Beginn seiner Berufstätigkeit als Handwerker beschäftigte er sich in seiner Freizeit mit Tieren, er besaß eine Wellensittichzucht und war Zuchtrichter für diese Vögel. Durch einen Freund, bekam er 1973 Kontakt mit Wildschweinen, denen er fortan seine ganze Aufmerksamkeit widmete.

Ursprünglich wollte er nur die Wildschweine durch „Ablenkfütterungen“ von den Kartoffeläckern fernhalten. Er fütterte die Schweine mit Mais, worauf die Tiere bald schon auf Ihn warteten.Über die Fütterung konnte er den Sozialkontakt zu den Wildschweinrotten aufbauen und sich schließlich den Wildtieren nähern und auch mit ihnen ziehen. Ab 1976 hatte Heinz Meynhardt das Vertrauen einer Rotte erobert. Die dabei gewonnenen Eindrücke hielt er mit der Kamera fest. Als erster Forscher in Europa gelang es Ihm, zu den Sauen einen so engen Kontakt herzustellen, dass ihn die Rotte beim Wurf der Frischlinge duldete.

Er dokumentierte das Leben des bis dahin wenig erforschten Schwarzwildes nicht nur filmisch von der Geburt bis zum Tod. Seine Arbeiten wurden auch in das Netzwerk der DDR-Wildforschungsgebiete integriert und es entwickelte sich ein reger Forschungsaustausch.

Ab 1975 erhielt er Forschungsaufträge vom Institut für Forstwirtschaft in Eberswalde und ab 1980 auch vom Forschungszentrum für Tierproduktion der Akademie der Wissenschaften der DDR. Sein erstes Buch war „Schwarzwild-Report Vier Jahre unter Wildschweinen“, erschien 1978.

Nach langjähriger Tätigkeit als Wildforscher und aktiver Naturschützer wurde er im Juli 1987 an der Karl-Marx-Universität in Leipzig zum Doktor der Agrarwissenschaften promoviert. Seine Dissertation trägt den Titel „Verhaltensbiologische Untersuchungen an Europäischen Wildschweinen sowie verwilderten Hausschweinen und Schlußfolgerungen für die praktische Schweineproduktion“.

Im Oktober 1989 starb Heinz Meynhardt an einem Hirntumor.

 

Ehrungen

  • 1985: Leibniz-Medaille der Akademie der Wissenschaften der DDR
  • 1988: Goldener Lorbeer des Fernsehen der DDR, Redaktion Wissenschaft
  • 2009: errichtete man im Gothepark in Burg anlässlich seines 20. Todestages einen Gedenkstein der im Jahr 2011 auf den neu angelegten Heinz-Meynhardt-Platz (Ecke Blumenthaler Straße/Kirchhofstraße

In Burg nannte man Ihn auch durchaus respektvoll gemeint „Schweine-Meynhardt“ und „Wildschwein ehrenhalber“.