Burg bei Magdeburg und Umgebung
Gerhard Wilhelm August Stauf
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Gerhard Wilhelm August Stauf

Grafiker, Illustrator und Kupferstecher

Gerhard Wilhelm August Stauf wurde als Sohn des Malers Heinrich Wilhelm Stauf und seiner Frau Martha Marie am 28 Dezember 1924 in Burg geboren. Während seiner Ausbildung zum Gebrauchsweber im „Modehaus Horn“ in Magdeburg, absolvierte er an der Abendschule fünf Semester Zeichenunterricht an der Meisterschule des Deutschen Handwerks Magdeburg. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er 1942 in die Wehrmacht eingezogen und geriet in Afrika in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1950 nach Burg zurückkehrte.

Wegen seiner schweren Erkrankung an Kinderlähmung war er zunächst Arbeitsunfähigkeit und arbeitete bis zu seiner Delegierung zum Studium an einem Holzschnittzyklus über Ereignisse der Burger Geschichte.

 

An der „Hochschule für Grafik und Buchkunst“ (Leipzig) studierte er unter Professor Meyer-Foreyt, Professor Kapr, Völkel, Krug und Ilgenfritz bis 1956. Dem Studium schloss sich eine dreijährige Aspirantur (Fortsetzung des Studiums um einen weiteren Akademischen Titel zu erlangen)bei seinem Mentor Heinrich Ilgenfritz an und wurde Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR und der SED.

Nach Abschluss seiner Ausbildung arbeitete er von 1961 bis 1962 als Entwerfer und Stecher bei der Deutschen Wertpapierdruckerei in Leipzig. Anschließend machte er sich selbständig und arbeitete als freischaffender Grafiker und Kupferstecher insbesondere für das Ministerium für Post- und Fernmeldewesen der DDR. Im Laufe seines künstlerischen Lebens schuf er über 200 Briefmarkenmotive, von denen fünf Entwürfe mit der Goldenen Briefmarke der Fachzeitschrift Sammler-Express ausgezeichnet wurden. Stauf war außerdem als Illustrator für Buch- und Zeitschriftenverlage beschäftigt wie den Domowina Verlag Bautzen oder den Prisma Verlag Leipzig und produzierte eine große Anzahl an Gebrauchsgrafiken für Theater und Industrie.

Durch den Einfluss von Heinrich Ilgenfritz Einfluss ist es zu verdanken, dass er sich früh den Exlibris zuwandte und es  entstand von 1958 bis 1993 eine Sammlung mit 76 Exemplaren, die überwiegend Kupfer- oder Holzstiche enthält. Ein großer Teil ist in der Burger Stadtbibliothek zu besichtigen. Noch während seiner Aspirantur hatte er den ersten Preis in der Kategorie Kupferstich des internationalen Wettbewerbes anlässlich des „VI. Kongresso Eureo de Exlibris 1958“ in Barcelona errungen. Damit war er schlagartig international bekannt geworden.

Seine Erfahrungen beim Entwerfen von Briefmarken und das Vergleichen der industriellen Druckverfahren mit dem Kupferstich führten ihn zu einer bemerkenswerten Erkenntnis, die er in seinem Aufsatz „Über das Dreidimensionale beim Kupferstechen“ festhielt: Es ist die Möglichkeit, durch tieferes und damit auch breiteres Stechen die einzelnen Linien stufenlos zu variieren, womit sich weitere, bedeutungsvolle Ausdrucksmöglichkeiten ergeben. Nach meiner Ansicht sind sie unbedingt zu nutzen, wenn man den Kupferstich nicht halbherzig anwenden will“.

Er nahm an vielen Ausstellungen und Wettbewerben teil, diese fanden in Spanien, Österreich, CSSR, Polen, der Sowjetunion/GUS und den Niederlanden, aber vor allem in der DDR und der Bundesrepublik statt, auch wurden viele seiner Arbeiten wurden mit Auszeichnungen bedacht, darunter auch die Heinrich Schlieman-Medaille die er für bedeutende kulturelle Leistungen verliehen bekam, die er 1990 schuf gleichnamige Gesellschaft, deren Mitglied er war. Auch arbeitete er ab 1990 für einen Münchener Verleger, der eine Dokumentation über grafische Techniken mit Originalen herausgab, für die Gerhard Stauf spezielle Arbeiten wie den Kupferstich mit dem Porträt Albert Einsteins oder den Elfenbeinstich nach Jean-Étienne Liotards Das Schokoladenmädchen anfertigte.

Am 25. April 1996 starb Gerhard Stauf in Leipzig und ist auf den Friedhof in Leipzig-Plagwitz bestattet worden.

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