Burg bei Magdeburg und Umgebung
Carl August Gottfried Pieschel
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Carl August Gottfried Pieschel

Stifter eines Hauses für Waisenkinder

Carl August Gottfried Pieschel wurde 1751 in Magdeburg geboren. Er erlernte den Beruf eines Kaufmanns und ging nach England, wo er seine kaufmännischen Fähigkeiten besser entfalten konnte, als in dem friderizianischen Preußen. Im Laufe seiner mindestens 30jährigen kaufmännischen Tätigkeit hatte er ein beträchtliches Vermögen erworben, das er u.a. in der Londoner Dock Company, Fonds, in der Junction Canal Company, in Versicherungen und Grundbesitz hat Charles Pieschel, wie er sich in England nannte, seine Heimatstadt Magdeburg nicht vergesse. So verfügte er in seinem Testament, dass den Weisenkindern ein Kapital von 33.333 Pfund Sterling, 6 Schillinge und 8 Pence bereitgestellt werden bzw. Sollten die Zöglinge einer noch zu bauenden Erziehungsanstalt die Zinsen von 3 Prozent das für bereitgestellten Kapitals bekommen. Das zur Verfügung gestellte Kapital war so bemessen, dass aus den Zinsen ein jährlicher Betrag von 1. 000 Pfund eingesetzt werden konnte. Drei Jahre nach seinem Tode sollte erstmalig über die angesammelten Zinsen von 3.000 Pfund verfügt werden können.

Am 5. April 1821 verstirbt C. A. Gottfried Pieschel. Mit der Ausführung seiner Stiftung wurden die beiden Neffe, der Amtsrat in Calbe Christoph Friedrich Pieschel und der Kaufmann in Magdeburg Karl Friedrich Pieschel, der im Kreis Jerichow II auf seinem Gut in Altenplathow eine industrielle Zichoreverarbeitung, eine Ölmühle und eine Schrotgießerei betrieb, beauftragt. Das zu erwerbende Grundstück sollte in Magdeburg oder dessen nähren Umgebung liegen. Es ist anzunehmen, dass der Kaufmann Karl Friedrich Pieschel auf seinen Geschäftsreisen von Magdeburg kommend, häufig durch Burg kam, besonders aber auch dann, wenn er sein Gut in Altenplathow aufsuchte. Dabei wird ihm das Anwesen in Burg gegenüber der Kirche „Unser Lieben Frauen“ liegend aufgefallen sein, bei dem es sich um das ziemlich verfallenen „St. Johannis“ Hospital handelte, in dem alte und gebrechliche Leute von der katholischen Kirche betreut wurden. Nach Erwerb des Grundstücks im Jahre 1828 von der Stadt Burg konnte nach den Bedingungen des Erblassers mit der Errichtung der Gebäude begonnen werden, die „nach einem schlichten und mäßigen Maßstab sein sollen und keineswegs prunkhaft oder närrisch gebildet oder gebaut.“

Weiterhin wurde durch den Erblasser verordnet, „dass eine schlichte und einfache Tafel an einer schicklichen und passenden Stelle am Hauptgebäude angebracht werden soll, die besagt, das Gebäude aus den von mir dem Zwecke vermachten Fonds gekauft oder erbaut worden ist, zur Aufmunterung zur Tugend und zum Fleiße der jungen Leute beider Geschlechter in meiner Geburtsstadt und deren Nachbarschaft.

 

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